Wer glaubt, sprechen zu können sei selbstverständlich, der irrt ganz gewaltig. Nicht nur Kinder, sondern auch Menschen fortgeschrittenen Alters, leiden unter sprachlichen Auffälligkeiten. Sprachstörungen zählen zu den häufigsten Folgen von Hirnschädigungen, wie sie beispielsweise bei Schlaganfällen oder durch Demenz ausgelöst werden. Hier beginnt die Arbeit eines Logopäden oder einer Logopädin. Auf Verordnung eines Arztes werden Menschen jeden Alters, die unter Störungen der Stimme, der Sprache, des Sprechens oder des Schluckvorgangs leiden, behandelt. Aufgabe von Logopäden ist es, die Kommunikationsfähigkeit und/oder die Nahrungsaufnahme des Patienten zu verbessern oder wiederherzustellen. Die Ausbildung zur Logopäd*in an der Berufsfachschule für Logopädie des BBZ Gesundheit Ingolstadt dauert drei Jahre und ist im Bereich der Therapieberufe der Einstieg in ein vielversprechendes Berufsfeld im Gesundheitssektor. Erfahre jetzt mehr zur Logopädie-Ausbildung in Bayern.

Wie ist die Ausbildung für Logopädie am BBZ Ingolstadt aufgebaut?

Logopädie ist einer von acht Ausbildungsberufen, die am Berufsbildungszentrum Gesundheit (BBZ) in Ingolstadt angeboten werden. Die Schüler*innen schließen mit der Klinikum Ingolstadt GmbH einen Ausbildungsvertrag ab. Die Ausbildung zum Logopäden (m/w/d) dauert drei Jahre, in denen pro Jahrgang 16 Auszubildende sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht erhalten. Am BBZ Ingolstadt wird Logopädie als Vollzeit-Unterricht absolviert, weswegen eine Ausbildung in Teilzeit nicht möglich ist.

  • Für praktische Erfahrung sorgen insgesamt 1.960 Stunden fachpraktischer Unterricht, welcher vor allem in den schuleigenen Fachpraxis-Therapieräumen, aber auch u. a. in Kindergärten und HNO-Praxen stattfindet.

  • Das Ausbildungsjahr beginnt im September und endet im Juli.

  • Den Berufsabschluss bildet die staatliche Prüfung, die aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil besteht.

Was lernt man bei der Ausbildung zum Logopäden (w/m/d)?

Die Ausbildung findet in vier logopädischen Großgebieten statt:

  1. Stimme: Stimmstörung und Stimmtherapie
  2. Sprechen: Sprechstörung und Sprechtherapie
  3. Sprache: Sprachstörung und Sprachtherapie
  4. Schlucken: Schluckstörung und Schlucktherapie

Davon ausgehend gibt der Lehrplan für die Logopädie u. a. folgende theoretische Ausbildungsinhalte vor:

  • Anatomie, Physiologie und allgemeine Pathologie: Grundlagenfach, um Störungsbilder zu verstehen

  • Phoniatrie: Vermittlung spezifischer medizinischer Kenntnisse, um Befunde zu erheben sowie Therapiepläne zu erarbeiten und umzusetzen
  • Pädagogik und Psychologie: Erlernen von Grundlagen des pädagogischen Umgangs mit Patienten (insbesondere mit Kindern und Jugendlichen)
  • Sprecherziehung und Phonetik: Kenntnisse über die Entstehung von Lauten in der deutschen Sprache sowie die Verbesserung der individuellen Sprech- und Redefähigkeit

Schon im ersten Ausbildungsjahr können sich die Schüler in der praktischen Arbeit beweisen. Diese findet unter Anleitung der Lehrlogopäden in sechs schuleigenen Therapieräumen – von denen einer als Therapieküche bzw. Werkstatt nutzbar ist – statt. Die Räume sind mit Spiegelscheibe und Videoanlagen ausgestattet. Bis zum Ende der Logopädie-Ausbildung wird die Therapie in allen logopädischen Störungsbildern geübt. Die praktische Arbeit umfasst die Planung und Durchführung von Therapien, mehrere Hospitationspraktika, Schulung der eigenen Stimme und Sprechweise, Durchführung von Hörprüfungen und Selbsterfahrung (interne praktische Ausbildung). Hinzu kommen externe Praktika in logopädischen Praxen, Rehabilitationseinrichtungen oder Kliniken.

Praxis

Interdisziplinäres Praktikum, vier Wochen in einem verwandten Fachbereich (wie z.B. bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt und in der Hörgeräte-Akustik)

Hospitationspraktikum, 6 Wochen am Ende des ersten Ausbildungsjahres mit Schwerpunkt Kindersprache, 6 Wochen am Ende des zweiten Ausbildungsjahres mit Schwerpunkt Therapie von erwachsenen Patienten

Die Therapiepraktika inklusive fachpraktischem Unterricht in Kita oder Pflegeheim finden unter Supervision in sechs Therapieräumen an der Logopädieschule des BBZ Ingolstadt statt

Details zu den Ausbildungsinhalten findest du in der Stundentafel des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Eine Besonderheit im Rahmen der Logopädie-Ausbildung am BBZ Ingolstadt ist die Teilnahme der Schüler*innen des dritten Ausbildungsjahres an einem Seminar für kehlkopflose Patient*innen in Berchtesgaden. Dort lernen sie intensiv alles über die Therapie dieses Störungsbildes. Nur drei Schulen in ganz Deutschland bieten ihren Schüler*innen die Möglichkeit, eine Woche mit Betroffenen und ihren Angehörigen zu verbringen, an Vorträgen zum Thema teilzunehmen und von Therapeut*innen des Instituts für Rehabilitation tumorbedingter Funktionsstörungen angeleitet zu werden.

Kehlkopf-Modell

Ausbildung zum Logopäden (w/m/d): Diese Voraussetzungen gelten

Zum Start der Logopädie-Ausbildung am BBZ Gesundheit Ingolstadt gibt es folgende Zugangsvoraussetzungen, die zusammen mit der Bewerbung einzureichen sind:

  • der mittlere Schulabschluss oder eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens 2-jähriger Dauer
  • die gesundheitliche Eignung für den Beruf, bestätigt durch ein ärztliches Attest
  • das sehr gute Beherrschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift

  • die erfolgreiche Teilnahme am schulinternen Auswahlverfahren

Um die Logopädie-Ausbildung meistern zu können, solltest du über eine belastbare Stimme, ein gutes Gehör, eine musische Begabung und psychologisches Einfühlungsvermögen verfügen und keine Sprech-, Schluck- oder Sprachstörungen haben.

Bewerbung zur Ausbildung als Logopäde (w/m/d) in Ingolstadt

Logopädie-Interessierte können sich jährlich vom 1. November bis 31. Januar für einen der 15 Ausbildungsplätze in Ingolstadt bewerben.

Da mehr Bewerbungen für die Ausbildung in der Logopädie eingehen, als Ausbildungsplätze vergeben werden können, wird ein internes Auswahlverfahren durchgeführt. Die ausgewählten Bewerber*innen stellen sich dann einem schriftlichen Eignungstest, der durch ein persönliches Gespräch und der Beurteilung der stimmlichen Fähigkeiten ergänzt wird.

Welche weiteren Unterlagen notwendig sind, erfahrt ihr auf unserem Online-Bewerbungsportal.

Was kostet die Logopädie-Ausbildung in Ingolstadt? Nur Schulgeld, keine Materialkosten

Das BBZ Ingolstadt ist eine öffentliche Schule, deshalb ist die Ausbildung Logopädie schulgeldfrei. Der Schulträger Krankenhauszweckverband Ingolstadt fordert lediglich monatlich 5,00 € Materialkosten. Ebenso ist für das Seminar für kehlkopflose Patienten eine Gebühr zu entrichten. Gelegentlich fallen Kosten durch Klassenfahrten, Exkursionen und Fahrten zur Praktikumsstelle an.

Die Schülerinnen und Schüler profitieren zudem von:

  • der tariflich festgelegten Vergütung in den drei Ausbildungsjahren
  • der kostengünstigen Verpflegung in der Kantine der benachbarten Klinikum Ingolstadt GmbH

  • den lernmittelfreien Büchern
  • Vergünstigungen im Rahmen der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (z. B. Jobticket)
  • der kostenfreien Nutzung eines Klinikum-Parkplatzes auf P5 bzw. P6.

Gehalt: Was verdiene ich in der Logopädie-Ausbildung und danach?

Alle Logopädie-Auszubildenden des BBZ Ingolstadt erhalten eine tarifliche Ausbildungsvergütung. Deren Höhe ist durch den Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes – Besonderer Teil – Pflege geregelt (Stand 01.04.2022). In der Ausbildung Logopädie wird dieses Gehalt monatlich ausbezahlt:

0
1. Ausbildungsjahr
0
2. Ausbildungsjahr
0
3. Ausbildungsjahr

Nach der Ausbildung verdienen Logopäd*innen ca. 2.500 € monatlich brutto als Einstiegsgehalt. Je nach Arbeitgeber, Beschäftigungsfeld und weiteren Qualifikationen (z. B. durch ein Logopädie-Studium) steigt das Gehalt für Berufe im logopädischen Bereich.

Berufsaussichten nach der Logopädie-Ausbildung

Absolvent*innen der Logopädie arbeiten häufig in diesen Berufsbereichen:

  • Ambulante Einrichtungen (Logopädische Praxen)
  • Klinische Einrichtungen
  • Einrichtungen der Frühförderung
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • Praxis einer anderen Berufsgruppe
  • Einrichtungen der Lehre

Immer mehr Logopäd*innen arbeiten auch außerhalb des medizinisch-therapeutischen Sektors, z. B. im Bereich der Sprachförderung, insbesondere in der Beratung und Fortbildung von Eltern und Erziehern oder im Pädagogischen Sektor (z. B. Lese-Rechtschreib-Schwäche). Auch in der Prävention sind Logopäd*innen tätig (z. B. Stimmprophylaxe für Menschen in Sprechberufen).

Weiterbildungsmöglichkeiten für Logopäden (w/m/d)

Nach der Ausbildung sammeln die meisten in der Logopädie Tätigen Erfahrung im von ihnen bevorzugten Berufsfeld. Es gibt zahlreiche Weiterbildungen im Bereich Logopädie (u. a. Therapie von Kindern, Erwachsenen, Behinderten) . Abgesehen von fachlichen Zusatzqualifikationen sind auch der Weg in die Selbstständigkeit oder ein weiterführendes Logopädie-Studium beliebte Möglichkeiten, um im gesundheitlichen Bereich Karriere zu machen.

Hier bist Du richtig! Das BBZ in Ingolstadt bereitet dich durch die Logopädie-Schule gezielt auf die verschiedenen Bereiche im Gesundheitswesen vor, damit du für deine berufliche Zukunft als Logopäde (m w d) optimal gerüstet bist. An der Berufsfachschule findest Du optimale Voraussetzungen. Bewirb dich schnell, denn pro Jahrgang werden nur 15 Ausbildungsplätze für Logopädie vergeben.

Bewirb dich jetzt

Anschrift
Berufsfachschule für Logopädie
Krumenauerstraße 23
85049 Ingolstadt

Sekretariat
Karolin Bauer
Telefon: (0841) 880-1701
E-Mail: karolin.bauer@bbz-ingolstadt.de

Hinweis: Bitte richten Sie Ihre Anfragen bis zum 3. November 2022 an bbz@bbz-ingolstadt.de.

Fachschaftsleitung
Angelika Winkelmeyr
Telefon: (0841) 880-1750
E-Mail: Angelika.Winkelmeyr@bbz-ingolstadt.de